Textilien imprägnieren


Um zu prüfen, ob Ihre Textilie noch wasserdicht ist, können Sie einen Sprühtest durchführen: Breiten Sie den Stoff flach auf eine Unterlage und simulieren Sie mit einer Sprühflasche einen Regenschauer. Sieht der Stoff danach vollgesogen aus und fühlt sich schwer an, ist es Zeit für eine Nachimprägnierung.

Mit den nachfolgenden Infos rund um das Thema Imprägnierung können Sie Ihre Textilien selbst imprägnieren, ganz gleich, um welches Kleidungsstück es sich handelt.

 

1.      Schurwolle / Wollwalk

Reine Schafswolle (Schurwolle) ist wasserabweisend, da sie eine natürliche Fettschutzschicht besitzt. Das bedeutet, dass man mit dieser Kleidung problemlos bei leichtem Regen und Nässe draußen sein kann.

Auch Wolle sollte regelmäßig nachgefettet werden. So werden Wollpullover, Strickjacken, Janker, Wollfilzhüte und Wollwindelhosen natürlich gepflegt und sind hinterher wieder wasserabweisend. Dies lässt sich einfach per Handwäsche mit einer Lanolin-Wollkur durchführen. (Lanolin = natürliches Wollfett)

Das Kleidungsstück kurz ins Lanolin-Bad legen und leicht durchdrücken bis es sich vollgesaugt hat. Nach etwa 5-10 Minuten Herausnehmen und die überschüssige Flüssigkeit leicht ausdrücken, nicht auswaschen. Anschließend liegend trocknen lassen.

 

2.      Funktionskleidung (Regenjacke, Daunenmantel und Textilien mit z.B. GoreTex Ausrüstung)

Durch regelmäßigen Gebrauch findet ein Abrieb der Imprägnierschicht statt. Bei Jacken liegt dieser Bereich vor allem auf den Schultern, vor allem wenn Sie viel mit dem Rucksack unterwegs sind. Auch wenn Sie Textilien oft zusammenfalten, um sie leichter transportieren zu können, bilden sich an den Falzen Abriebstellen, wo die Imprägnierung leidet.

Wenn Sie Ihre Regenjacke neu imprägnieren möchten, können Sie entweder ein flüssiges Imprägniermittel verwenden, mit dem Sie die Jacke in der Waschmaschine imprägnieren, oder ein Spray, das Sie selbst auftragen. Bedenken Sie, dass das Flüssigimprägniermittel Ihre Jacke vollständig imprägnieren wird, also auch von innen. Ein Spray hat den Vorteil, dass es eine effektivere Schutzbeschichtung erreicht. Außerdem können Sie selbst entscheiden, wo genau Sie den Schutz auftragen möchten. Andererseits müssen Sie hier sehr aufmerksam arbeiten, um keine Stellen zu übersehen. Bei Jacken bietet es sich an, auch den inneren Teil der Säume zu imprägnieren, damit das Wasser nicht von unten eindringen und nach oben gesaugt werden kann. Vergessen Sie auch nicht, Nähte und Reissverschlüsse zu behandeln!

Daunenmäntel können grundsätzlich imprägniert werden. Daunenmäntel dürfen nicht tauchimprägniert werden, zum Beispiel in der Waschmaschine, da die Daunen dann verklumpen würden. Sie können Daunenmäntel und -jacken mit einem Aerosol-Spray aus einem Abstand von mind. 30 cm selbst imprägnieren oder die Imprägnierung von einem Fachmann in einer Wäscherei durchführen lassen.

Funktionskleidung ist für die Verwendung im Freien gedacht, ob Wintersport-Kleidung, Ausrüstung zum Wandern oder zum Mountainbiken. Wenn Sie Ihre Funktionskleidung selbst imprägnieren möchten, können Sie Sprays oder Flüssigimprägnierer verwenden.

Hier kommt es dann darauf an, was für eine Art Membran in einer Jacke verarbeitet wurde. Bei geschlossenen Membranen, von denen die bekanntesten Sympatex, Ceplex von Vaude, oder Dermizax sind, können Sie problemlos mit einer Wash-In Imprägnierung arbeiten, da die Membran keine Poren hat, die verstopft werden können. Bei mikroporösen Membranen – mit Abstand am Bekanntesten wäre hier GoreTex – sollten Sie auf jeden Fall zu einem Spray greifen, um die Poren der Membran durch die Imprägnierung nicht zu versiegeln.

Die Sprühvariante funktioniert hingegen bei jeder Jacke, egal welche Membran sie verwendet. Außerdem hat man hier die Möglichkeit, die besonders beanspruchten Regionen besonders gründlich zu imprägnieren. Somit bekommt Deine Jacke die bestmögliche Behandlung, ohne ein unnötiges Risiko einzugehen.

 

Imprägnierung reaktivieren

Gerade, wenn die Sachen noch recht neu sind, kann es ausreichen, die bestehende Imprägnierung zu reaktivieren. Dazu einfach die Jacke bei mittlerer Temperatur in den Trockner (Funktionsbekleidungsprogramm) geben und dort ca. eine halbe Stunde laufen lassen. Durch die Wärme wird die Imprägnierung reaktiviert.

Sollten Sie keinen Trockner haben, geht das auch mit einem Bügeleisen und einem Tuch zwischen Eisen und Jacke. Dampf sollte dabei nicht zum Einsatz kommen! Ein Trockner ist aber in jedem Fall besser, da hier die Wärme gleichmäßig auf das Produkt wirkt. Außerdem sollten Sie vorsichtig sein und die Jacke nicht zu stark zu erhitzen, da gerade Membranjacken Hitze unter Umständen nicht gut vertragen.

 

Sprayanwendung

·        Spray an einer unauffälligen Stelle am Schuh zunächst testen, ob die Anwendung ohne Flecken möglich ist

·        Imprägnierspray gleichmäßig mit einem Abstand von 30 bis 50 Zentimetern aufsprühen

·        nur im Freien oder in sehr gut durchlüfteten Räumen Schuhe imprägnieren

·        mit jeweils 10–15 Minuten Abstand zwei bis drei dünne Schichten auftragen

·        Schuhe nach dem abendlichen Imprägnieren mindestens über Nacht trocknen lassen

 

Flüssigimprägnierung

·        Saubere Textilien, welche imprägniert werden sollen in die Waschmaschine geben

·        Flüssiges Imprägniermittel entsprechend dosieren, in Weichspülkammer geben und vorgegebenes Programm starten

·        Textilien entweder in den Trockner geben (mittlere Temperatur) oder zum Trocknen aufhängen. Textilien, welche zum Trocknen hingen, müssen anschließend mit dem Bügeleisen behandelt werden. Erst die Hitze aktiviert die meisten Imprägnierungen. Siehe oben „Imprägnierung reaktivieren“.

 

3.      Leder

Wenn Sie Materialien aus Leder imprägnieren möchten, ganz egal ob es sich um Jacken, Schuhe oder Taschen handelt, müssen Sie zuerst herausfinden, um welche Art von Leder es sich handelt, denn Leder ist nicht gleich Leder.

Glattleder sollten Sie nur mit einem Imprägnierer behandeln, der dafür empfohlen wird. Spezielle Textil-Imprägnierer haben eine andere Zusammensetzung als Leder-Imprägnierer und können das Naturmaterial austrocknen und brüchig machen. Bei Schuhen können Sie stattdessen Schuhwachs oder Schuhwachscremes verwenden. Sie bieten nebst der optimalen Pflege für Glattleder auch einen gewissen Schutz vor Nässe und Schmutz.

 

·        ein wenig Schuhwachs oder Creme mit einem Tuch, einem Schwamm oder einer speziellen Cremebürste durch Reiben gleichmäßig und sanft auf der Oberfläche verteilen

·        nach circa 20 Minuten das überschüssige Wachs mit einem trockenen Tuch vorsichtig abtragen

·        bei Bedarf kann der Vorgang wiederholt werden

·        Schuhe nach dem Imprägnieren mindestens 24 Stunden trocknen lassen

 

Wildleder, manchmal auch Rauleder genannt, ist allgemein wenig anfällig für Verschmutzungen. An der angerauten Oberfläche des Leders bleiben Schmutzpartikel schlechter haften, was die Reinigung von Rauledertextilien erleichtert. Bei leichteren Verschmutzungen reicht es oft, mit einer Bürste über die verschmutzten Stellen zu gehen, um sie von grobem Schmutz zu befreien. Zum Imprägnieren sollten Sie spezielle Wild- bzw. Rauledersprays verwenden. Meist werden solche Produkte bereits beim Kauf mit angeboten, um die optimale Pflege für Ihre Gegenstände aus Wildleder zu gewährleisten. Die Sprays sind leicht aufzutragen und machen das Rauleder weniger anfällig für Wasser- oder Schmutzflecken.

Kunstleder ist eine preiswerte und tierfreundliche Alternative zu echtem Leder, hat jedoch nicht dieselben guten Eigenschaften wie zum Beispiel Atmungsaktivität oder Wasserundurchlässigkeit. Dies liegt daran, dass Kunstleder im Gegensatz zu echten Lederarten keine Poren hat - es besteht ja aus Kunststoff, also einem Erdölprodukt. Deshalb nehmen Kunstledertextilien Imprägniermittel nicht so gut auf wie echte Lederarten. Zur Imprägnierung und Pflege von Kunstleder dürfen Sie ausschliesslich Mittel verwenden, die speziell für Kunstleder ausgewiesen sind. Diese bekommen Sie meist beim Kauf Ihrer Kunstledergegenstände direkt angeboten. Sie werden dann entsprechend der Beratung angewendet. Meist handelt es sich um einfach aufzutragende Emulsionen oder Sprays, die Kunstleder-Textilien nach der vollständigen Trocknung vor Nässe schützen und das Material pflegen.

 

Vermeidbare Fehler bei der Imprägnierung

Wenn Sie sich entscheiden, Ihre Textilien selbst zu imprägnieren, achten Sie unbedingt auf die Pflegehinweise Ihrer Textilien und lesen Sie die Anwendungshinweise Ihres Imprägniermittels aufmerksam vor der Anwendung. Wenn Sie unsicher sind, kontaktieren Sie den Hersteller oder Verkäufer oder probieren Sie das Mittel zunächst an einer unauffälligen Stelle aus, bevor Sie es auf der gesamten Textilie verteilen. In jedem Fall helfen Ihnen beim selbst Imprägnieren diese Tipps:

 

·        Waschen Sie Ihre Textilien, bevor Sie das Imprägniermittel auftragen, damit keine Schmutz- oder Fettrückstände (z.B. von Sonnencreme) auf der Textilie zurückbleiben und die Imprägnierung behindern. Sportwaschmittel oder normales Waschmittel sind für diese Vorwäsche ausreichend, es gibt aber auch spezielle Vorwaschmittel fürs Imprägnieren. (keinen Weichspüler verwenden, dieser Verstopft evtl vorhandene Poren).

·        Manche Imprägniermittel trägt man auf die noch feuchte Textilie auf, bei anderen soll der Stoff vor dem Imprägnieren im Trockner getrocknet werden. Lesen Sie genau nach, welche Anwendung Ihr Imprägniermittel vorschreibt.

·        Wenn Sie ein Imprägnier-Waschmittel verwenden, prüfen Sie, wie viele Textilien Sie gleichzeitig damit waschen können. Oft müssen Sie jedes Kleidungsstück einzeln waschen, damit die Imprägnierung gleichmässig auf dem Stoff verteilt wird.

·        Imprägniersprays sollten nur im Freien verwendet werden! Vergessen Sie dabei nicht die Nähte, Kapuzen und Säume. Damit Wasser nicht von unten in Ihre Jacke gesogen wird, sollten Sie ausserdem die Säume von innen imprägnieren. Sie können diese zusätzlich mit einem Schwamm in das Material einarbeiten, so verteilt sich das Mittel gleichmäßig. Tragen Sie dabei unbedingt Handschuhe, um Ihre Haut zu schonen, und atmen Sie das Spray nicht ein.

·        Trocknen Sie die frisch imprägnierte Textile, wie es die Anwendungs- und Pflegehinweise verlangen, entweder im Wäschetrockner, mit dem Bügeleisen oder an der Luft.

 

Hintergrundwissen

Funktionsfaser und Veredelung/Ausrüstung von Fasern

 

Gore-Tex:

hauchfeine, mikroporöse Membran aus Polytetrafluorethylen (=Teflon) lässt Wasserdampfmoleküle (Schweiß) durch, ist für Wassertropfen (Regen) aber zu klein

 

DWR:

Ultradünne, dauerhaft wasserabweisen Imprägnierung (Durable Water Repellent). Ein Polymer welches auf der Außenseite des Materials aufgebracht ist. Hält nicht unbegrenzt und muss ebenfalls erneuert werden

 

Chintzen:

Wasser- und Schmutzabweisende Hochglanzausrüstung, Fasern werden durch starken Druck von heißen Walzen glatt gepresst wird bei Baumwollgewebe verwendet der Glanz nimmt mit dem Waschen ab, vorsichtiges bügeln kann den Schutz wieder etwas auffrischen ist ein sehr umweltfreundliches Verfahren, da es sich um ein rein mechanisches Verfahren handelt

 

Scotchgard / Oleophobol:

besondere Art der Imprägnierung als Schutz vor Schmutz und Flecken (= Antischmutzausrüstung)

hauptsächlich bei synthetischen Chemiefasern angewendet (Tischwäsche, Zelte, Schlafsäcke)

 

Imprägnieren:

Wasser abstoßend

bei Baumwolle und Wolle verwendet (Regenmäntel, Anoraks, Schirme, Zelte, Markisen)

ist wasserabweisend durch unterschiedliche Verfahren und Chemikalien z.B. Hydrophobol, Imprägnol, Silikon

 

Trocknersymbol mit einem Punkt (mit reduzierter thermischer Belastung) = für Textilien die im Schonwaschgang bis 40°C gewaschen werden können.

Beim Trockner gibt es je nach Model auch einen Schontrockengang /Pflegeleicht bzw einen extra Knopf mit "Schonen" so trocknet man im trockner dann mit reduzierter Temperatur.